Rückblick Studio-Session

By zeha on 05.02.2024

Am 13. Januar 2024 fand in unserem Tonstudio der "Studio Day", eine kleine aber feine Studio-Session statt.

Das Toolbox-Tonstudio hatte in der Corona-Zeit stark unter Vernachlässigung gelitten. Im vergangenen Jahr wurde es jedoch von fleißigen Händen aufgeräumt und umgeräumt, verbessert und erweitert, sodass wir bereits im vergangenen Oktober erstmals einen Music Production Workshop darin abhalten konnten. Nach einigen weiteren Verbesserungen war es nun an der Zeit, das frisch renovierte Studio "einzuweihen" und mit einer kleinen Studio-Session zu würdigen, mit dem Ziel, einen eigenen Track zu produzieren.

Hierzu trafen wir uns an einem Samstagvormittag in kleiner Runde im Tonstudio ein. Zu Beginn gab es keine konkrete Idee, außer, dass der Titel des Stücks "In The Box" lauten sollte. Für alle, die sich jetzt am Kopf kratzen - "in the box" ist ein in der Musikproduktionssprache üblicher Begriff, um auszudrücken, dass ein Vorgang vollständig im Rechner geschieht, sei es die Erzeugung einer Synthesizerspur, das Versehen einer Spur mit Effekten, oder gar die komplette Produktion eines Musikstücks. Natürlich sollte letzteres für unser Stück nicht gelten - aber es sollte eben in der Toolbox entstehen, womit dem Titel eine gewisse Doppeldeutigkeit verliehen wird.

Doch wie entstand nun unser Musikstück? Zunächst wurde der Grundstein mit einer Bassline in D-Moll gelegt. Diese wurde auf der Novation Bass Station 2 eingespielt. Ein dazu passender Beat wurde auf der MPC 2000 XL programmiert, unter zuhilfenahme von Samples der BOSS DR-110 Drum Machine. Um die Drums ein bisschen "crisper" klingen zu lassen, wurden diese im analogen Mischpult absichtlich übersteuert. Anschließend wurde auf verschiedenen Synthesizern improvisiert, wie z.B. dem Roland JP-8000, dem Behringer Octave CAT, dem Doepfer MS-404, und nicht zuletzt auf dem von einem Teilnehmer mitgebrachten Teenage Engineering OP-1 Field. Mit diesem Gerät wurde zudem auch ein kleiner Teil aus einer Radiosendung aufgenommen, welche zufälligerweise eine passende Gewinnspielmoderation enthielt, die sich prima in den Song einbauen ließ. Auch gab es einige sog. "Happy Accidents", also unbeabsichtigte Ereignisse, die aber aus Sicht der Teilnehmer dem Ergebnis zuträglich waren und somit im fertigen Stück verbleiben sollten.

Der Song selbst wurde in der OpenSource-DAW "Ardour" arrangiert und abgemischt. Eine allzu typische Songstruktur hat er nicht, vielmehr spiegelt er den Produktionsprozess wieder, welcher sich an diesem Tage eher mit dem Motto "Der Weg ist das Ziel" beschreiben läßt. Einer der Teilnehmer hatte den Aufbau sehr treffend als "strukturierte Jam-Session" bezeichnet, ein anderer zog Vergleiche zum Electro-Klassiker "Egypt, Egypt", welcher in seinem Aufbau ebenfalls keinem klaren roten Faden folgt. Doch auch wenn dieser Umstand kein Garant für einen annähernd vergleichbaren Kultstatus sein dürfte - schlußendlich lautete das Fazit sämtlicher Teilnehmer, auch an dieser Veranstaltung wieder einiges gelernt zu haben.

Den fertigen Song gibt es hier im Video zu hören:


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